Privatpraxis für Psychotherapie
Dr. Corinna Windisch

Psychotherapie für Kinder und Kleinkinder

Je jünger ein Kind ist, desto weniger absehbar ist es für das Kind, wann sein Unbehagen oder gar Leid ein Ende haben wird. "Jetzt" bedeutet zunächst für das Kind "immer". Die nächsten Bezugspersonen werden benötigt, um sein Leid zu beenden oder erträglich zu machen.

Die Rolle der Eltern

Eltern tun ihr Möglichstes, sind aber häufig mit der "Dechiffrierung" der Kleinkindbedürfnisse überfordert oder handeln nach eigenen Erfahrungsmustern, welche aber nach den aktuellen Ansprüchen und Möglichkeiten der Eltern nicht zielbringend sind. Häufig wissen wir als Eltern intuitiv, dass es anders sein müsste, haben aber keine Idee oder keine Umsetzungsmöglichkeit, so zu handeln, dass wir aus einem Konflikt gelassen und zufrieden hinausgehen.

Entwicklungsschritte zur Selbstwahrnehmung

Psychotherapie für Kinder

Kinder sammeln Erfahrungen, um sich und die Welt zu verstehen. Um sich als selbstwirksam zu empfinden, müssen Kinder zunächst sich selbst im Einklang mit dem Gegenüber erleben. Danach brauchen sie es, sich selbst und das Gegenüber als Individuen zu erfahren. Aus der Zweisamkeit soll sich eine wertschätzende Dreisamkeit entwickeln, und das Kind sollte sich im magischen Verständinis der Welt als wirkmächtig erfahren und durch einen sicheren Rückhalt neugierig die Welt entdecken, um sie zu ihrem Spielplatz zu machen. Dieser Spielplatz wird zum Erprobungsfeld, auf dem das Kind sich immer wieder neu entdecken und das Leben fühlen und genießen darf.

Behandlungsbedürftigkeit

Auf dem Weg dahin, sich zu einem handlungsfähigen, selbstgesteuerten und sozial integrierten Menschen zu entwickeln, gibt es unzählige Stolpersteine, deren Auswirkungen sich als Auffälligkeiten beim Kind zeigen können. Das außergewöhnliche Verhalten fällt dann den Eltern, Geschwistern, anderen Verwandten, Lehrern oder Freunden auf. Sind diese Auffälligkeiten mehr als eine Eigenart und beginnen das Kind selbst oder andere massiv zu stören, sprechen wir von Störungsbildern, wie ich sie unten beispielhaft aufgeführt habe.

Für die meistens Eltern ist es schwierig einzuschätzen, ob ihr Kind tatsächlich einer Therapie bedarf, oder ob sie die Konflikte schon mit einigen Erziehungstipps selbst beheben könnten. Es gibt da leider keine generelle Lösung, aber ich berate Sie gerne persönlich. Häufig geht es darum, natürliche Unsicherheiten und ein schlechtes Gewissen zu überwinden; denn beides führt Sie nicht zur Problemlösung. Wir finden gemeinsam die passende Unterstützung für Sie und Ihr Kind - ob es um kindgerechte Psychotherapie, um Elternberatung oder sonsitge Maßnahmen geht, welche Ihnen in Ihrer aktuellen Situation weiterhelfen können.

Behandlung

In der Psychotherapie für Kinder findet die therapeutische Arbeit im symbolischen Spiel statt. Hier ist z.B. das Sandspiel von großer Bedeutung, weil es hilft, Unbeschreibbares auszudrücken und spielerisch zu verändern. Oder Handpuppen sagen und tun, was sonst niemand täte, und Regelspiele helfen zu ordnen und zu verstehen. Die eigentliche psychotherapeutische Arbeit besteht im Aufnehmen der Bedürfnisse und Stimmungen und im Angebot einer neuen Erlebnisweise. Das Kind lernt daraus, sich selbst als Urheber von Ereignissen wahrzunehmen, und sich daraus resultierend wieder als wertvoll, achtbar und liebenswürdig zu empfinden.


Folgende Störungsbilder werden von mir in der Psychotherapie für Kinder behandelt:

bei Kindergartenkindern geht es häufig um

  • Ständige Aufmerksamkeitssuche
  • „klammern“
  • Kratzen, beißen, treten, spucken
  • Quälende, immer wiederkehrende Gedanken, Bewegungen oder Worte, „Tics“
  • unbeteiligt sein am Spiel der anderen Kinder
  • fehlende Frustrationstoleranz
  • einnässen, einkoten

Schulkinder leiden oft unter

  • Schulangst
  • Andere Ängste (vor Tieren, Menschen, Gegenständen, Fäkalien, ...)
  • Häufige Beschwerden (Bauchweh, …) ohne körperliche Ursache
  • Zwänge und Tics, motorisch und/ oder verbal
  • Mobbing
  • Minderwertigkeitsgefühle

Extrem unruhige Kinder zeigen

  • Impulsivität
  • Unaufmerksamkeit
  • Hyperaktivität

Extrem zurückhaltende Kinder machen auf sich aufmerksam durch

  • Gehemmtes Verhalten
  • Ängstlichkeit
  • Besorgtheit
  • Soziale Schwierigkeiten

Kinder mit extremen Stimmungsschwankungen zeigen

  • Unvorhersehbare Reaktionen, oft auch von den Betroffenen selbst nicht einschätzbar
  • Kaum zu regulierende Trauer oder Freude

Kinder, die nach außergewöhnlichen Belastungen auffällig werden, z.B. nach

  • Persönlich nicht verkraftbare Veränderungen des Umfeldes
  • Verlust geliebter Menschen
  • Traumata